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Herbsthelfer: Ein Projekt im Rahmen des Masterplans Zukunftsorientierte Verwaltung

Warum Projekte dieser Art für eine moderne Verwaltung wichtig sind

Die zunehmende Digitalisierung und der demographische Wandel verändern unsere Gesellschaft und unser Leben rasant: Symbolbild  zeigt verschiedene Menschen mit mobilen Endgeräten., jpeg, 66.0 KB

Die zunehmende Digitalisierung und der demographische Wandel verändern unsere Gesellschaft und unser Leben rasant, für den öffentlichen Dienst sind diese Entwicklungen zusammen mit der Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit sowie den knappen Ressourcen eine große Herausforderung. Die Verwaltungsentwicklung wurde deshalb zu einer zentralen Aufgabe des Senats erklärt. Die Senatorin für Finanzen ist die zuständige senatorische Dienststelle in der Freien Hansestadt Bremen und hat mit dem Programm „Zukunftsorientierte Verwaltung“ (ZOV) einen erfolgreichen Weg zur Modernisierung der Verwaltung eingeschlagen und entwickelt dieses Programm stetig weiter.

Zur Digitalisierung gehört auch die analoge Welt

Im Entwicklungsfeld 5 „Kooperative Verwaltungsentwicklung im Stadtteil“ des Programms „Zukunftsorientierte Verwaltung“ (ZOV) soll die Zusammenarbeit in den einzelnen Stadtteilen verbessert werden. Das Projekt 5.6 „Mobiler Service für ältere Menschen“ hat hierbei zum Ziel, die Infrastruktur für ältere Menschen im Stadtteil zu verbessern und zu ergänzen.

Ziel: Ausbau von Unterstützungsangeboten für alte Menschen

Dazu soll es – unter Berücksichtigung der bestehenden Angebote – ergänzende kooperative Services für ältere und mobilitätseingeschränkte Bürgerinnen und Bürger geben. Langfristiges Ziel ist es, eine möglichst lange Verweildauer im gewohnten Lebensumfeld zu unterstützen und das „Abrutschen“ in die Pflege zu verhindern. Der Bekanntheitsgrad bestehender Unterstützungsangebote soll erhöht und gleichzeitig sollen Angebote punktuell ergänzt werden. Zudem sollen auch Serviceangebote für Heimeinrichtungen ausgeweitet werden.

Bisher gibt es noch zu wenig passgenaue Unterstützungsangebote

Zurzeit sind ältere und/oder unterstützungsbedürftige Bürgerinnen und Bürger entweder als „mobile Alte“ (Besucher von Altentagesstätten, Beratungsstellen, Altenurlaub etc.) oder als Pflegebedürftige Adressaten von Transferzahlungen, Betreuung und kommunalem Handeln. Für ältere Bürgerinnen und Bürger, die weder zur einen noch zur anderen Gruppe gehören, gibt es bislang zu wenig passgenaue Unterstützungsangebote. Es besteht die Gefahr, dass als Folge mangelnder Unterstützung eine Pflegebedürftigkeit erst entsteht. Um dieses „Abrutschen“ in die Pflege und damit auch zusätzliche Kosten zu vermeiden, soll diese Gruppe stärker unterstützt werden.

Auf wissenschaftliche Untersuchung folgt Konzept zur weiteren Umsetzung

Nach Senatsbeschluss vom August 2017 wurde das Vorhaben in Kooperation mit der Deutschen Post AG gestartet. Das Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) hat im Auftrag der Deutschen Post AG zunächst eine Vorstudie durchgeführt. Für den Aspekt einer Verbesserung des digitalen Zugangs zu öffentlichen Serviceleistungen durch ältere Menschen konnten Ergebnisse des Forschungsprojektes „Mobile Age“ einbezogen werden. Das Forschungsvorhaben ist wiederum Bestandteil des EU-Programms „Horizont 2020“. Gegenstand der Vorstudie war zum einen, welche Rolle die Briefzusteller/innen der Deutschen Post als ortskundige Akteure in den Stadtteilen übernehmen können. Zum anderen wurden Fokusgruppeninterviews mit älteren Menschen durchgeführt, um die Bedarfe an zusätzlichen Unterstützungsdienstleistungen zu erheben und daraus eine Konkretisierung des Angebotes abzuleiten. Auf Basis der Studie entwickelte das ifib, fachlich begleitet durch das Referat für ältere Menschen bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport (SJFIS) und in Abstimmung mit der Senatorin für Finanzen und der Deutschen Post AG ein Konzept zur weiteren Umsetzung.

Öffentliche Stellen und private Dienstleister schließen sich zusammen

Entstanden ist nun das Projekt „Herbsthelfer – Bremer Verbund für Seniorendienste“, das Seniorinnen und Senioren, die nur eingeschränkt mobil sind, das Leben erleichtern möchte, Start des Projekts ist das Frühjahr 2018. Für die Herbsthelfer haben sich öffentliche Stellen und private Dienstleister zusammengeschlossen: Vertreter der bremischen Verwaltung, konkret die Senatorin für Finanzen und das ifib, die vier Wohlfahrtsverbände DRK, AWO, Caritas und Paritätischer, die Sparkasse Bremen, die AOK Bremen/Bremerhaven und die Johanniter. Künftig werden zunächst sechs Service-Leistungen angeboten, über die es an dieser Stelle Informationen gibt.

Netzwerk soll sich ab 2019 für weitere Einrichtungen und interessierte Partner öffnen

Ende des Jahres wollen die beteiligten Experten bewerten, wie die Angebote angenommen werden. Ab 2019 soll der Verbund dann für weitere Einrichtungen und interessierte Partner geöffnet werden. Für Mitte 2019 ist eine Abschlussevaluation geplant verbunden mit der Entscheidung, welche Serviceangebote langfristig bereitgestellt werden können und entsprechend nachgefragt werden.

 

Portraitfoto von Finanzsenatorin Karoline Linnert, jpg, 89.5 KB

"Mit unserem Programm zukunftsorientierte Verwaltung verbessern wir den Service für alle Bürgerinnen und Bürger – häufig über neue digitale Prozesse. Wir haben aber auch die Menschen im Blick, die das Internet nicht nutzen. Hier setzen die Herbsthelfer an. Gemeinsam helfen sie Senioren, länger in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Ein präventiver Ansatz der hilft, das Abrutschen in eine Pflegesituation zu verhindern oder hinauszuzögern."

Finanzsenatorin Karoline Linnert

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"Die Herbsthelfer wollen Seniorinnen und Senioren das Leben erleichtern, gleichzeitig verbessern wir auch die Verwaltungserreichbarkeit in Bremen. Mit diesem Service werden wir dem Interesse der Menschen gerecht, das hat die wissenschaftliche Begleitung gezeigt. Der Mix aus Digitalisierung und persönlicher Dienstleistung ist sehr gut auf unsere Zielgruppe abgestimmt."

Finanzstaatsrat Henning Lühr

Kontakt

Sie haben Fragen zum Projekt oder sind an unserem Verbund interessiert?
Melden Sie sich gern bei uns: herbsthelfer@finanzen.bremen.de