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Das Programm "Zukunftsorientierte Verwaltung"

Gezeichnete Kräne, die Veränderung symbolisieren sollen.

Unsere Gesellschaft verändert sich. Das ist nicht neu. Neu sind Tempo und Themen, die diese Veränderung prägen: Demographischer Wandel, Digitalisierung, sprachliche, soziale und religiöse Vielfalt in den Quartieren und veränderte Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger.
Es gibt hohe Anforderungen des Staates und der Politik an öffentliche Verwaltung und die kommunalen Gesellschaften und Betriebe.
Gleichzeitig stellen Haushaltskonsolidierung und Schuldenbremse enorme Herausforderungen an Effizienz und Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung dar.
Deshalb ist die Entwicklung der Verwaltung der Freien Hansestadt Bremen eine der wichtigen Aufgaben des Senats in der Legislaturperiode 2015-2019. Am 21. Juni 2016 hat der Senat das Programm "Zukunftsorientierte Verwaltung" beschlossen. Auf der Sitzung am 29. August 2017 nahm der Senat die Fortschritte des Programmes zur Kenntnis und stimmte der jährlichen Fortschreibung zu.
Unter dem Dach des Programmes werden strategische Modernisierungsvorhaben gewichtet, geplant und umgesetzt. Damit trägt der Senat den komplexen Anforderungen an eine bürger- und mitarbeiterorientierte Verwaltung Rechnung.

Strategische Leitziele der Verwaltungsentwocklung in Bremen

Innovative Verwaltungsentwicklung ist nicht das kurzfristige Ergebnis einzelner Projekte, sondern die Summe aus dem Zusammenspiel großer und kleiner Veränderungsvorhaben, verantwortlicher Führung und guter Steuerung. Dieser dynamische Prozess erfordert ein dynamisches Programm.
Das Programm "Zukunftsorientierte Verwaltung" wird deshalb kontinuierlich weiterentwickelt.
Projekte werden abgeschlossen und aus dem Programm "entlassen", neue Vorhaben werden konzipiert und projektiert.
Der Masterplan verdeutlicht die Gesamtstrategie und ihre Operationalisierung in sieben strategischen Entwicklungsfeldern. Die Entwicklungsfelder leiten sich aus den Aufträgen des Koalitionsvertrages zur Verwaltungsentwicklung ab.
Ausgerichtet an der jeweiligen Strategie der Entwicklungsfelder werden die einzelnen Vorhaben konzipiert und umgesetzt. In Summe tragen sie zu den Zielen der Gesamtstrategie bei.
Die Bündelung der Vorhaben in strategische Entwicklungsfelder schafft Verbindungen untereinander, ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und die Weiterentwicklung des Feldes. Gemeinsame Ziele unterstützen eine wirkungsorientierte Ausrichtung.
Der Masterplan wird jährlich fortgeschrieben.

Die bisherigen Modernisierungsstrategien werden fortgesetzt und weiterentwickelt. Um Kräfte und Vorhaben zu bündeln und Ziele und Strategien sichtbarer zu machen, hat der Senat folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Eine integrierte Gesamtsteuerung fasst die strategischen Ziele der Freien Hansestadt Bremen zusammen und verbindet sie miteinander. Es wird eine Gesamtstrategie entwickelt, aus der die verschiedenen Modernisierungsvorhaben abgeleitet werden. So entsteht eine Kohärenz, die die Wirksamkeit der Vorhaben stärkt.
  • Eine moderne Verwaltung schafft gute Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten und zeichnet sich als vorbildliche Arbeitgeberin aus. Viele Beschäftigte wollen Privatleben, Familie und Beruf flexibler in Einklang bringen. Zudem verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt und bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Sie muss jedoch aktiv gestaltet werden, damit die Vorteile der Veränderungen überwiegen.
  • Die Digitalisierung vieler Lebensbereiche erfordert eine Veränderung der Verwaltungsabläufe. Die öffentliche Verwaltung muss anschlussfähig sein an die veränderten Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen. Gleichzeitig erleichtern Digitalisierungsprozesse die Arbeit im öffentlichen Dienst – sie können Verwaltungsabläufe schneller, effizienter und flexibler machen.
  • Die zunehmende Vielfalt an Sprachen, Lebensstilen, Werteorientierungen und sozialen Voraussetzungen braucht eine ebensolche Vielfalt an Strategien des öffentlichen Dienstes, die Menschen zu erreichen und Dienste passgenau aufzubauen. Es geht um Transparenz und Bürgerservice als grundsätzliche Haltung im öffentlichen Dienst.
  • Eine gute Verwaltung zeigt sich an dem, was sie in den konkreten Lebenswelten in den Stadtteilen und Sozialräumen leistet. Kooperative und ressortübergreifende Modelle spielen eine immer größere Rolle. Ziel ist es, die Qualität und Leistungsfähigkeit der staatlichen Einrichtungen und der öffentlich geförderten Nichtregierungsorganisationen zu stärken.
  • Gleichzeitig steht die Freie Hansestadt Bremen vor der Aufgabe, sich ab 2020 ohne neue Kreditaufnahmen zu finanzieren (Schuldenbremse). Der öffentliche Dienst leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Ziel ist es, ressortübergreifende Dienstleistungen wie Einkauf, juristische Kompetenzen, IT u.ä. zentral und kostengünstig zu organisieren.
  • Schließlich hat die Freie Hansestadt Bremen ein hohes Interesse, mit der Region, mit anderen Kommunen und anderen Bundesländern intensiv zu kooperieren.

Ein breit angelegtes Modernisierungsprogramm, das aktuell knapp 40 Vorhaben bündelt und das viele unterschiedliche Akteure zusammenbringt, bedarf einer effektiven Steuerung. Darüber hinaus braucht es die Motivation und Kreativität derjenigen, die die Projekte und Vorhaben letztendlich umsetzen, denn innovative Verwaltungsentwicklung ist kein Selbstläufer.
Das Programm wird im Auftrag des Senats federführend von der Senatorin für Finanzen und der Senatskanzlei verantwortet. Es wird gesteuert durch eine Staatsräte-Lenkungsgruppe.
Die gemeinsame Geschäftsführung der Senatskanzlei und der Senatorin für Finanzen sorgt für Kohärenz bei der Umsetzung der strategischen Ziele. Die fachliche Steuerung der einzelnen Entwicklungsfelder erfolgt durch Koordinatorinnen und Koordinatoren, die auf Abteilungsleitungsebene angesiedelt sind.
Herzstück sind die Projektteams mit den Projektleitungen. Sie erbringen durch ihr Engagement, durch ihre Ideen und durch Beharrlichkeit bei der Umsetzung der politischen Beschlüsse den Mehrwert des Programms.
Die einzelnen Vorhaben sind im Masterplan ausführlich dargestellt.

Veränderungsprozesse im öffentlichen Dienst verlaufen nicht geradlinig und meist unter hohem Druck. Neue Aufgaben müssen bewältigt werden bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Regelbetriebs und bei immer knapperen Ressourcen.
Ein Schlüssel zur Bewältigung dieser Aufgaben liegt in der Weiterentwicklung der Verwaltungsorganisation. Dabei geht es nicht nur um die organisatorische Struktur, um Aufgaben und Zuständigkeiten, sondern auch um die Qualität der Prozesse, der Kultur und der Haltungen in Dienststellen und Ressorts.
Für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bedarf es eines klaren Rahmens, um Orientierung im Veränderungsprozess zu geben. Ziel ist es, die Organisationsstrukturen so zu entwickeln, dass die Bewältigung von Veränderung keine Ausnahme, sondern alltägliche Aufgabe ist.